"De Wanwurp tüt ümme"

Ein Plattdeutsches Stück der Puppenspielerinnen des Heimatvereins Varl-Varlheide e. V.
 

Das Puppenspielerinnen-Team des Heimatvereins

Die Puppenspielerinnen des Heimatvereins:
hinten von links:Antje Hartmann, Heidrun Wehbrink, Anette Sander
vorne von links:Gisela Wimmer, Erika Kollweier, Annette Meier




Angefangen hatte alles mit einer spontanen Idee von Gisela Wimmer vom Vorstand des Heimatvereins Varl-Varlheide. Doch schnell fand sie Mitstreiterinnen, die sich zusammen mit ihr begeistert an die Arbeit machten. Es handelt sich hierbei um ein plattdeutsches Puppentheaterspiel für Kinder. Seit Anfang Dezember 2002 treffen sich Antje Hartmann, Anette Sander, Heidrun Wehbrink, Annette Meier, Erika Kollweier und Gisela Wimmer einmal wöchentlich zur Arbeit an ihrem Projekt.

Waren die Akteurinnen anfangs noch von Zweifeln geplagt, ob sie sich mit ihrem Vorhaben nicht übernommen hätten, sind sie sich nun sicher, dass es zur Aufführung des Stückes kommt. Dabei ist alles selbstgemacht von Bürgern aus Varl und Varlheide: Die Plattdeutschen Rollen des Stückes sind selbst geschrieben, die Puppen von Hand gebaut und genäht, Bühnenbild und Requisiten selbst gestaltet. Bei den Näharbeiten leitstete Sigrid Stevener tatkräftige Hilfe und für den Bühnenaufbau zeichnet Volker Pinke verantwortlich. Die Requisitenarbeit fand Unterstützung durch Anja Röhe, die Beleuchtung durch Anja Fräger. Natürlich wird auch selbst gespielt.

Bei der Arbeit stellten die Spielerinnen fest, dass es sich um einen künstlerischen Entwicklungsprozess handelte; so tauchten immer wieder neue Probleme auf, die es zu bewältigen galt. Anregungen wurden aufgegriffen, es wurde umgeplant und weiterentwickelt. "Doch gerade das ist es, was uns so viel Spaß gemacht hat. Wir haben das Gefühl, wir sind mit den Aufgaben gewachsen. Und es ist erstaunlich, wieviele Talente wir dabei in unserem Ort entdeckt haben", sagen die Akteure.
In dem Stück De Wannwup tüt ümme geht es um einen Maulwurf, der sich mit Spaß und List mit einem unangenehmen Gartenbesitzer auseinandersetzt. Die Lachmuskeln müssen dabei schon einige Strapazen auf sich nehmen ...
Auf die Frage, warum die Spielerinnen ein Puppentheater auf Platt entwickelt hätten, antworten sie: "Im Heimatverein geht es uns zum einen um die Traditionspflege, und dazu gehört nun einmal die Plattdeutsche Sprache, bei der es sich um eine selbständige Sprache und nicht etwa, wie viele Leute meinen, um einen deutschen Dialekt handelt. Diese Sprache muss gepflegt werden, um sie vor dem Verschwinden zu bewahren. Übrigens ist diese Sprache in der Europäischen Union anerkannte Minderheitensprache und genießt besondere Förderung.
Zum anderen geht es aber im Heimatverein auch um die Gestaltung der Heimat, des Lebens der Menschen hier und heute in unserem Ort. Deswegen möchten wir nicht nur beim Althergebrachten verharren. Wir möchten ein kleines Stück "Kinderkulturarbeit" für unsere Kinder aus dem Dorf mit Themen aus dem heutigen Leben leisten. Den Kindern gehört die Zukunft; deswegen möchten wir vom Heimatverein Kinder und ihre Eltern ansprechen. Dabei wollen wir gleichzeitig einen Beitrag liefern, den Jüngsten spielerisch eine Begegnung mit dem Plattdeutschen zu ermöglichen."
Die Frage, ob die Akteurinnen des Projekts denn keine Sorge hätten, dass die Kinder überhauptnichts verstünden, verneinen sie: "Gerade eben nicht! Beim Puppentheater erschließt sich vieles, was sprachlich erst fremd wirkt, durch die Puppen und die Handlung. Außerdem haben wir die Texte bewusst einfach gehalten. Und da, wo es schwierig wird oder ein besonders merkwürdiges Wort vorkommt, erklären die Puppen es schon den Kindern", sagen die Spielerinnen mit einem Schmunzeln. "Zudem hören viele Kinder in den Familien ja noch Platt von der älteren Generation."
Aufgeführt wurde das Stück im Rahmen des Mahl- und Backtages am 14. September 2003 auf dem Rahdener Museumshof.
Zuvor gab es in Varl eine 'öffentliche Generalprobe' für Varler und Varlheider Kinder und ihren Eltern sowie weiteren Gästen aus anderen Orten.

Weitere Informationen zum Stück können bei Gisela Wimmer (Tel.: 05771 / 5000), bzw. beim Heimatverein Varl-Varlheide (E-Mail) erfragt werden.


"Ou, ick bin oll ganz kaputt, ick hebbe sou veel tou doun, dat ick et breits nich voakoom kann.
Ha, et es sou helle hier, ick kann goar nich richtig kieken, dat bin ick goar nich gewohnt. Wo hebbe ick denn min Brill?"
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Text: Heimatverein Varl-Varlheide e. V.
Gruppenfoto: Rahdener Zeitung
Einzelbilder: Thorben Stevener

Stand: September 2003

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